Montag, 15. September 2008

Elton John - I'm still standing

Internet ist schon wieder kaputt und ich muss diese dreckige Telefonleitung benutzen. Erst mal drei Berichte. Kolkata zweiter Tag kommt morgen rein. Ich hoffe Internet geht dann wieder richtig.

11.09.2008 – Very good friends

Heute sollte der erste Zweigstellenbesuch diese Woche losgehen. Vormittags haben wir noch über die Gestaltung des Videos diskutiert, nach dem Mittag sollte es aber losgehen. Aparna sollte uns nach Mathurapur begleiten. Ich stand also bereit und musste mal wieder auf die Frauen warten. Maria hatte sich hingelegt um Siesta zu machen und war ganz überrascht, dass wir schon los wollten. Wir haben es ihr ja nur zwei Mal gesagt.
Wir besuchten erst eine Frauengruppe und dann zwei Frauen aus dieser Gruppe. Die eine schält Reis und verkauft ihn an den Markt, die andere betreibt mit ihrem Mann einen Gemüsegarten. Tina hat ein wenig gefilmt und ich hab die Case Studies aufgeschrieben. Maria hat mal wieder voll ins Fettnäpfchen getreten. Der Mann vom Gemüsegarten hat ihr ein gurkenähnliches Gemüse geschenkt. Maria hat es gleich mal gegessen. Sie schien nicht begeistert gewesen zu sein, doch als ihr eine zweite Angeboten wurde, hat sie auch diese gegessen. Sie wollte ja nicht unhöflich sein. Aparna hat es dann bemerkt und gefragt, was sie da machen würde. Niemand in Indien würde dieses Zeufg roh essen, weil es viel zu bitter ist. Dann haben alle erst mal über die doofe Europäerin gelacht, die aber auch gar nichts weiß. Als es dunkel wurde sind wir zurück in die Zweigstelle und haben uns noch mit der Managerin, die einzige weibliche Managerin bei VSSU, unterhalten. Um halb 8 wollten wir dann los, mussten aber erfahren, dass der Zug erst eine Stunde später fuhr. Also blieben wir noch und malten für die nicht Englisch sprechenden Mitarbeiter unsere Familien auf und bekamen Muri. Dann sind wir etwas spät losgekommen und mussten uns etwas beeilen zum Bahnhof zu kommen. Maria hat das aber mal wieder nicht so ganz mitbekommen und sich erst mal in einen Laden begeben um etwas zu kaufen. Den Zug haben wir trotzdem bekommen weil er natürlich Verspätung hatte.
Im Zug saß mir ein junger Mann gegenüber, der mich dann ansprach. Er studiert in Kolkata und gerade auf dem Weg nach Hause nach Kulpi und hat sich natürlich riesig gefreut mit einem Deutschen zu sprechen. Wir haben uns ein wenig unterhalten und ich habe noch Maria und Tina vorgestellt. Er war „Very, very, very happy“ und wir seinen „Very good friends“. Zum Abschied hat uns allen die Hand geschüttelt. In Laxmikantapur ist er mit ausgestiegen, hat mich umarmt (Was haben die Männer nur hier?) und ist wieder in den Zug gestiegen. Wir haben noch Früchte gekauft und sind dann nach Hause. Wo wir etwas kaputt um viertel vor zehn angekommen sind.


12.09.2008 – Einkaufstour

Eigentlich war heute ja der dritte Besuch einer Zweigstelle geplant, doch der gestrige sollte der einzige bleiben, da Aparnas Mutter schwer erkrankt ist und sie sofort hingefahren ist. Sonst hatte keiner für uns Zeit und so hatten wir den Tag über nicht so viel zu tun. Maria ist im Dorf spazieren gegangen, Tina hat ein Buch zur Bücherei zurück gebracht und die Gegend gefilmt und ich habe meine Wäsche gewaschen. Wäsche waschen ist toll hier. Man nehme einen etwas größeren Eimer, lasse Teichwasser hinein, füge etwas Waschpulver hinzu und packe dann immer zwei Kleidungsstücke hinein. Na ja, Hauptsache die Kleidung wird sauber. Abends hat Banani uns Angeboten mit ihr nach Laxmikantapur zu fahren. Tina und Maria wollten sich nämlich eine Sari kaufen. Also in den größten Laden am Ort rein und dann ging das Elend los. Die beiden wussten natürlich nicht, was sie wollten. Nur reine Seide sollte es sein. Dazu kam, dass der Laden ca. 2000 Saris lagert. Also haben zwei Verkäufer, die Mitarbeiter sind alle männlich, eine kleine Auswahl von 50 Saris ausgepackt und gezeigt. Ich muss sagen selbst ich war begeistert von den vielen Farben und Mustern. Die Preise lagen in der Spanne von 300 bis 4800 Rupien, also zwischen 5€ und 75€, je nachdem was für Material und ob bedruckt oder mit der Hand bestickt. Banani meinte aber das wäre eine sehr kleine Auswahl im Gegensatz zu den Geschäften in Kolkata.
Langsam schien sich bei den beiden so etwas wie ein Trend auszumachen und nach etwa einer Stunde hatten beide etwas gefunden. Damit ist es aber noch nicht getan, denn zu einer Sari gehören noch ein Top und ein Unterrock, die natürlich beide die passende Farbe und Größe haben müssen. Als auch das erledigt war ging es ans Bezahlen. Beide mussten je 1000 Rupien, etwa 16€ hinlegen, wobei die Saris 800 ausmachten. Also 13€ für ein fünf Meter langes und einen Meter breites, gefärbtes und bedrucktes Stück reine Seide.
Jetzt müssen sie nur noch lernen, wie man das richtig wickelt. Wir haben uns dann noch einen Snack zu essen gekauft um nicht wieder nur von VSSU- Essen leben zu müssen. Ich gehe jetzt mal gucken, ob die Wäsche schon trocken ist. Morgen fahren wir vielleicht, wahrscheinlich nach Kolkata. Mal gucken, ob das was wird.

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